Stupawahl 2021

Gemeinsam, nachhaltig die Zukunft gestalten – Wahlprogramm der Grünen Hochschulgruppe für die StuPa-Wahl 2021 

Präambel 

Seit einigen Jahren kämpfen wir uns mit euch und für euch durch verschiedenste Gremien, von denen wir früher noch nie gehört haben und versuchen, die Uni ein kleines Stück ökologischer, sozialer, feministischer und einfach ein bisschen freundlicher zu machen. 

Das letzte Jahr war fordernd. Die Corona-Pandemie hat unser Studium in finanzieller, sozialer, aber auch lerntechnischer Sicht ungleich erschwert. In diesem so fordernden Jahr mussten wir uns der Herausforderung stellen diesen Problemen Abhilfe zu verschaffen: Dazu haben wir zwei Runden des universitären Nothilfefonds mitgemanagt, wir haben durch digitale Spieleabende oder kleinere Präsenzveranstaltungen gegen die Vereinsamung gekämpft und schließlich haben wir regelmäßig Best- sowie Worst-Practice-Beispiele digitaler Lehre an die zuständigen Fakultäten gemeldet und für die Einführung einer Freischussregelung gesorgt. 

Im Folgenden findet ihr unser Wahlprogramm für die Legislatur des 67. StuPa bzw. AStA. 

Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr uns euer Vertrauen schenkt! 

Studieren in Zeiten von Corona 

Die letzten Semester hat Studierende wie Lehrende in besonderem Maße gefordert. Viele Studierende konnten sich im Home-Office nicht ausreichend auf das Studium konzentrieren. Es fehlten insbesondere strukturierte Tagesabläufe sowie soziale Kontakte. Viele Lehrende konnten auch mit dem neuen Medium der digitalen Lehre nicht umgehen. Dazu kommt, dass Studierende im 3. Semester bisher kaum die Uni von innen gesehen haben. Ihnen fehlt insbesondere der soziale Kontakt mit Kommiliton*innen, die Partys, die Diskussionen mit Dozent*innen nach Veranstaltungen und so vieles mehr. Die GRÜNE HOCHSCHULGRUPPE SAAR setzt sich daher dafür ein, dass die Uni, sobald es die Pandemie zulässt, ihre Pforten stufenweise für Studierende öffnet. Eine Priorisierung der Veranstaltungen sollen die Fakultäten anhand einschlägiger Kriterien, wie Notwendigkeit von Präsenz, Sozialisierung am Campus und Praktikabilität vornehmen. Eine rein digitale Teilnahme soll aber weiterhin möglich bleiben.    

Solange die Pandemie dies aber nicht hergibt, setzen wir uns für möglichst wenig Präsenz auf den Campen ein. Kein Kurs, keine Klausur ist es wert dafür sein eigenes, oder das Leben der Menschen, denen man nahesteht, zu gefährden.  

Die Krise lässt aber nicht nur Verlierer*innen zurück. Viele Studierende präferieren auch Onlinelehre in ihren Fächern. Einige Lehrende haben zudem im Onlinesemester ganz neue rhetorische Kompetenzen entdeckt.  

Die GRÜNE HOCHSCHULGRUPPE SAAR setzt sich daher dafür ein möglichst viele digitale Elemente zur Unterstützung einer Präsenzlehre auch nach Corona beizubehalten. Zudem soll das Angebot an von Studierenden geleiteten Tutorien ausgebaut werden. Zu diesem Zweck wollen wir die Fachschafträte mehr unterstützen, da die von Ihnen geleiteten Tutorien sich als äußerst effektives Bekämpfungsmittel gegen die durch die Pandemie verursachte Einsamkeit erwiesen haben. 

Zusätzlich setzen wir uns für einen Ausbau des Programms der psychologisch-psychotherapeutischen Beratungsstelle zur Organisation des Studiums im Home-Office ein und dafür, dass, nachdem das Infektionsgeschehen abebbt, die Onlinelehre fakultätsübergreifend für Studierende als Ergänzung zur Präsenzlehre erhalten bleibt.  

Die GRÜNE HOCHSCHULGRUPPE SAAR setzt sich insbesondere in diesen schweren Zeiten für benachteiligte Studierende ein, die durch die prekäre Arbeitssituation dazu gezwungen sind, sich entweder zu verschulden oder ihr Studium aufzugeben. Es muss bei weiteren Einschränkungen Lösungen für die Menschen geben, die keine Schuld trifft und durch Versäumnisse der Politik benachteiligt werden. Wir setzen uns für niedrigschwellige, realitätsnahe Hilfsprogramme ein und möchten uns verstärkt bei der Durchführung dieser einbringen. 

Wir setzen uns für die Fachschaften ein! 

Während der letzten Amtszeit haben unsere Referent*innen für Fachschaften das Konzept für den sogenannten Fachschaftseuro ausgearbeitet. Dieser Euro soll den Fachschaftsräten der UdS direkt zugutekommen und sie bei ihren Projekten unterstützen. Von diesen Projekten sollen alle Studierende profitieren! Seien es Grill- oder Weihnachtsfeiern, Ausflüge, Vorträge oder Ersti-Veranstaltungen. Durch die Covid-19 Pandemie ebbt das studentische Leben langsam ab. Doch das soll kein Dauerzustand bleiben. Wir möchten, dass sobald die Krise überwunden ist, das studentische Leben auf den Campus zurückkehrt und wollen den Studierenden und Fachschaftsräten dabei durch den Fachschaftseuro unter die Arme greifen. Die GRÜNE HOCHSCHULGRUPPE SAAR setzt sich dafür ein, dass diese finanzielle Stütze kommt.   

Umweltschutz einfach machen 

Wir setzen uns dafür ein, dass der Unialltag nachhaltiger und umweltfreundlicher gestaltet wird. So fordern wir z.B. eine Müllsteuer für Unternehmen am Campus, um Anreize für eine effektive Müllreduzierung zu setzen. 

Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass die Universität ihrer gesellschaftlichen Verantwortung, ihrer „third mission“, nachkommt und dementsprechend all ihre Entscheidungen bewertet und ggf. überarbeitet!  

Die Universität muss zwingend ein Nachhaltigkeitskonzept ausarbeiten, an dem sie ihre Fortschritte misst. Nur so kann Nachhaltigkeit und Ökologie ganzheitlich gedacht und umgesetzt werden, was wir als zwingend erforderlich sehen! 

Unsere Erfahrung zeigt, dass auch grundlegende ökologische Forderungen teilweise aufgrund fehlender nachhaltig orientierter Gruppen nicht durchgesetzt werden können. Deshalb brauchen wir eine starke ökologische Stimme im StuPa. 

Weniger Autos mehr Freiraum – ÖPNV ausbauen – Fahrradfreundliche Uni 

Wir fordern einen autofreien Campus! Unsere Universität als Campusuni am Waldrand hat das Potential eine der schönsten Unis deutschlandweit zu sein. Leider wird unser Campus als Parkplatz verschwendet. Wir wollen, dass der Campus ein Ort ist an dem Studieren mit sauberer Luft und ruhiger Atmosphäre möglich ist. Deshalb fordern wird, dass die Zufahrtsgenehmigungen schrittweise drastisch reduziert werden und, dass schlussendlich nur noch Zulieferer und Menschen mit Behinderung auf dem Campus parken können.  

Uns ist bewusst, dass diese Maßnahme kurzfristig die bestehenden Parkhäuser überfordern würde. Das ist so gewollt. Wir wollen, dass Leute, die nicht mit dem Auto kommen müssen(!), auf den ÖPNV umsteigen. Dies würde nicht nur die Parkhäuser und den Campus entlasten, sondern auch den Meerwiesertalweg und den ÖPNV in Richtung Uni stärken. Zudem hat uns Corona am Beispiel der digitalen Lehre gezeigt, wie schnell Projekte, die sonst Jahre brauchen, bis sie umgesetzt werden, umgesetzt werden können, wenn wirklich aktiv darauf hingearbeitet wird. Wir finden es ein Unding, dass manche Studierende sich gezwungen sehen müssen mit dem Auto zur Uni zu kommen, da der ÖPNV Menschen, die außerhalb des Zentrums wohnen nichtmehr erreicht. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass der ÖPNV jeden erreicht, der es möchte

Wir fordern zudem, dass die Fahrradstellplätze an der Universität ausgebaut werden, damit auch alle radelnden Menschen ein guter Abstellort zur Verfügung gestellt wird. 

Außerdem möchten wir das Semesterticket um eine Kurzzeitfahrradausleihe ergänzen.  

In vielen Städten ist es bereits Realität: Für einen niedrigen Sockelbeitrag können Studierende kostenlos Fahrräder und E-Bikes eine Zeit lang für sich und eine*n weitere*n Freund*in im ganzen Stadtgebiet ausleihen.  

Wir setzen und dafür ein, dass dies auch in Homburg und Saarbrücken möglich wird! 

Semesterticket – Einführung des Saar-Rheinland-Pfalz-Tickets 

Das Semesterticket im Solidarmodell ist eine Erfolgsgeschichte. Studierende pendeln nachhaltiger als jede andere Gruppe der Gesellschaft. Das Semesterticket ist, im Vergleich zu den normalen Tarifen, unfassbar günstig und erlaubt daher auch Studierenden ohne Auto an die Uni zu kommen sowie privat zu reisen. 

Als sehr kleines Bundesland mit einem Campus am Rande des Bundeslandes (Homburg), reicht ein saarlandweites Semesterticket alleine für viele Studierende aber leider nicht aus.  

Die GRÜNE HOCHSCHULGRUPPE SAAR setzt sich daher für die Einführung eines Saar-Rheinland-Pfalz-Tickets ein. 

Nein zu Gebühren, ja zu sozialverträglicher Universität 

Für uns ist es zentral, dass die Universität endlich ein offener Ort wird, der seine Rolle darin sieht, der Gesellschaft Wissenschaft nahezubringen und allen ermöglicht, ihre Stärken im Studium sowie in der Forschung diskriminierungsfrei einzubringen.  

Immer noch gibt es zahlreiche Hürden, die einen fairen Studienzugang verhindern.  

Wir setzen uns dafür ein, dass die Verwaltungsgebühr abgeschafft wird. 

Auch Labormaterialen und Literatur müssen für alle Studierenden kostenfrei und in ausreichender Stückzahl verfügbar sein. 

Außerdem setzen wir uns gegen alle Studiengebühren ein – egal ob für alle Studis, für Langzeit-, Zweit- oder Internationale Studierende. 

Selbstverständlich stehen wir hinter dem Sozialbeitrag für das Studierendenwerk und setzen uns für einen ausreichenden & sozialverträglichen Beitrag für die Studierendenschaft ein, damit wir weiter ein starkes soziales Netz und sozialverträgliches Ehrenamt im AStA ermöglichen können! 

Da Studierende auch ein Dach überm Kopf, Essen und Freizeit benötigen, kämpfen wir mit unserem Campusgrün Bundesverband für ein höheres und elternunabhängiges BAFöG.  

LGBTQIA+ und Gleichberechtigung 

Als GRÜNE HOCHSCHULGRUPPE SAAR setzen wir uns für eine weltoffene und moderne Universität ein. Diskriminierung und Herabwürdigungen aufgrund von sexueller Orientierung und/oder Identität dürfen es an diesem Ort nicht geben!  

Deshalb fordern wir, dass das Queer-Referat im AStA weiterhin bestehen bleibt. Dieses Referat setzt sich gezielt für die Interessen von Gruppen ein, die benachteiligt werden. So sorgt es für mehr Gleichberechtigung auf unserem Campus und in unserem Unialltag. Außerdem ist der Fortbestand des Referats als niedrigschwellige Anlaufstelle zur Unterstützung von Studierenden besonders wichtig. 

Zusätzlich wollen wir dagegen kämpfen, dass Dozent*innen ohne Konsequenzen homo- oder transphobe Äußerungen tätigen können oder Studierende vor diesem Hintergrund belästigen. 

Wir setzen uns dafür ein, dass alle offiziellen Dokumente, die von der Uni veröffentlicht werden, in geschlechtergerechter Sprache verfasst und veröffentlicht werden. 

Um trans Personen vor einem unfreiwilligen Outing zu schützen, wollen wir, dass die Vornamen in MS-Teams und in den Portalen der Uni unbürokratisch geändert werden können.  

Wir setzen uns für das Hissen der Regenbogenfahne an unserer Uni als Zeichen der Solidarität und Symbol einer weltoffenen Universität im Pride-Month (Juni) als eine wichtige und unterstützenswerte Geste ein. 

Feminismus 

Noch immer sind die Gremien der Universität und der Studierendenschaft männerdominiert. Während im StuPa noch ca. 42% Frauen, Inter oder Trans Personen vertreten sind, ist die Lage in anderen Gremien deutlich schlechter.  

Wir setzen uns daher für eine paritätische Besetzung aller universitären Gremien ein!  

Auf universitärer Ebene setzen wir uns für eine Quotenregelung an den einzelnen Lehrstühlen ein. Diese soll von Schülerpraktikant*innen bis zu Professor*innen reichen. So sollen Mädchen und Frauen die Möglichkeit erhalten, gleichberechtigt eine Karriere an der Universität anzustreben und voranzutreiben.  

Selbstverständlich kämpfen wir auch hier dafür, dass Dozent*innen nicht ohne Konsequenzen sexistische Äußerungen tätigen oder Studierende belästigen können! 

Um das Studieren mit Kind zu vereinfachen fordern wir uns als GRÜNE HOCHSCHULGRUPPE SAAR garantierte Betreuungsplätze (Kita) für Kinder von Studierenden der Universität! 

Wir fordern, dass umgehend eine Toiletten-Situation geschaffen wird, die allen Studierenden gerecht wird. Eine Beibehaltung von „Herren und Damen-Toiletten“ lehnen wir ab.   

Stattdessen fordern wir, dass Übergangsweise eine Aufteilung in „Toiletten für Alle“ und „Toiletten  

für Frauen, Inter und Trans“ angeboten wird.   

Auf allen Toiletten sollen Mülleimer für Hygieneprodukte und kostenlose Menstruations-Hygiene-Artikel angeboten werden. 

Kultur-Beitrag 

Vor einigen Jahren wurde Flatrates eingeführt, die uns Studierenden ermöglichen kostenlos die Vorstellungen des Saarländischen Staatstheater und des Rundfunksinfonie-Orchesters zu besuchen.  

Diese wurden aus den Rücklagen finanziert, die sich in den letzten Jahren, insbesondere z.B. den einnahmestarken Abi-Doppeljahrgängen gebildet haben. 

Da diese Rücklagen inzwischen aufgebraucht sind, fordern wir einen Kulturbeitrag von 2€ im Semester, damit die Kulturflatrate erhalten bleiben kann, ohne den Haushalt der Studierendenschaft zu belasten.